News
Vorarlberger Landesregierung weilte zu einem Arbeitsbesuch in Liechtenstein
Beim Letzetunnel-Projekt gehen die Meinungen in Liechtenstein und in Vorarlberg nach wie vor deutlich auseinander. Daran änderte auch der gestrige Arbeitsbesuch der Vorarlberger Landesregierung in Vaduz nichts. Beide Seiten sprachen von einem «sehr offenen und konstruktiven Dialog».
Manfred Öhri
Verkehrspolitische Fragen im Allgemeinen und das geplante Letzetunnel-Projekt im Besonderen standen am Dienstag beim traditionellen Treffen der Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung mit der liechtensteinischen Regierung erwartungsgemäss im Vordergrund, wie Regierungschef Otmar Hasler im Anschluss an ein Arbeitsgespräch auch bestätigte. Otmar Hasler und der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Saus-gruber würdigten am Mediengespräch gleichzeitig die freundnachbarschaftlichen Beziehungen und die sehr gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen.
Positionen bekräftigt
Vorarlberg habe weder die Absicht, noch das Interesse, eine Transitspange zu bauen, hielt Herbert Sausgruber zur geplanten Südumfahrung der Stadt Feldkirch (Letzetunnel) fest, die durch die Verländerung in die Kompetenz der Vorarlberger Landesregierung fiel. Die Bemühungen würden einzig und allein bei der Verkehrsentlastung der Feldkircher Bevölkerung liegen.
Laut Otmar Hasler unterstrich die liechtensteinische Regierung ihrerseits erneut die klare Haltung, die Bevölkerung des Landes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor Mehrverkehr zu schützen, der durch einen Letzetunnel generiert werden könnte. Auf Liechtensteiner Seite sei eine Mehrbelastung nicht tragbar. Gleichzeitig bemerkte er, dass im Bereich des öffentlichen Verkehrs über die Grenzen hinweg noch ein erhebliches Verbesserungspotenzial durch geeignete Infrastrukturmassnahmen liege. Gemeinsam seien Liechtenstein und Vorarlberg vor allem das Interesse an einer florierenden Wirtschaft sowie die Rücksichtnahme der Verkehrspolitik auf die Umwelt und die Bevölkerung.
Planung weit gediehen
Nach Auskunft von Herbert Sausgruber ist die Letzetunnel-Planung bereits «sehr weit gediehen». Das Projekt komme nun in die Phase der rechtlichen Umsetzung (Umweltverträglichkeitsprüfung etc.), die nach seiner Einschätzung rund zwei Jahre dauern dürfte. Liechtenstein habe dabei jede Möglichkeit, seine Argumente in die Verfahren einzubringen, so der Landeshauptmann. Man habe sich zudem darauf verständigt, Liechtenstein ständig über die einzelnen Projektschritte zu informieren und zu konsultieren. Bekanntlich steht auch eine Aufforderung Liechtensteins an die Vorarlberger Landesregierung, verkehrsadministrative Massnahmen in die Projektierung des Letzetunnels einfliessen zu lassen, die dem Mehrverkehrspotenzial entgegenstehen.
Die laut Otmar Hasler «grosse Palette an Gesprächsthemen» betraf gestern auch den Bildungs-, Umwelt-, Wirtschafts- und Sicherheitsbereich. Es bestünden noch Möglichkeiten, so Herbert Sausgruber, gemeinsam mehr zu erreichen. Mit einem Abendessen, offeriert von der Regierung Liechtensteins, wurde der Besuch offiziell abgeschlossen. Das nächste Regierungstreffen findet 2003 in Bregenz statt.
Quelle: Liechtensteiner Volksblatt
Link: http://www.volksblatt.li
Weitere Online-Angebote: Intereuropa.info | Euregio.li
Impressum | Sitemap | Werbung







