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Bis zu 37 Grad in der Region erwartet - Ganz Europa stöhnt unter der Hitze
VADUZ - Selbst die treuesten Sonnenanbeter in Liechtenstein haben langsam aber sicher die Nase voll. Die anhaltende Hitzewelle hält nicht nur das Fürstentum sondern beinahe ganz Europa fest in der Hand. Und die «heiss erwartete» Abkühlung ist nicht in Sicht.
(Wolfgang Zechner)
«Die Hitze schafft alles flussartige weg und treibt, was Schärfe im Körper ist, nach der Haut.» Bereits der grosse deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe kämpfte vor rund 200 Jahren mit hochsommerlichen Temperaturen. Und hochsommerliche Temperaturen sind an Hundstagen wie diesen das Stichwort: Nicht nur in Liechtenstein, sondern beinahe in ganz Europa stöhnen sowohl Mensch wie auch Tier ob der Rekordglut. 35 Grad im Schatten wurden gestern hierzulande gemessen. Eine Temperatur, bei der Ärzte zur Vorsicht mahnen. Vor allem alte Menschen sollen die pralle Sonne meiden, so Michael Hegle, Arzt am Landeskrankenhaus Vaduz, zum Volksblatt. Zudem sollte ein gesunder junger Mensch rund drei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, weiss der Mediziner. Auch sollten Menschen, die derzeit im Freien arbeiten, nicht auf die obligatorische Kopfbedeckung vergessen. «Wenn man jetzt auch noch körperliche Arbeit verrichten muss, dann soll man aber mehr als drei Liter pro Tag trinken», so Hegle. Aber Vorsicht: Vor allem ältere Menschen, die an einer Herzschwäche leiden, sollten nicht zu viel Flüssigkeit zu sich nehmen, da die Gefahr einer Überwässerung besteht. Noch hat die brütende Hitze laut Hegle noch keinen grossen Einfluss auf die Arbeit im Krankenhaus. Ihm sei zumindest nicht bekannt, dass bisher vermehrt Fälle von hitzeverursachten Kreislaufproblemen behandelt werden mussten.
Hundefalle Auto
Doch der Mensch ist nicht das einzige «Hitzeopfer». Auch für Tiere bestehen Gefahren: Der Schweizer Tierschutz (STS) erinnerte gestern daran, dass es verboten ist, Hunde längere Zeit im Auto an der prallen Sonne zu lassen. Eine notfallmässige Befreiungsaktion habe normalerweise keine juristischen Konsequenzen. Der rettende Schlag in die Scheibe sollte aber nur erfolgen, wenn ein echter Notfall vorliegt und die Polizei nicht beigezogen werden kann. Warnzeichen sind laut STS, dass die eingeschlossene Kreatur hechelt, jault, winselt, im Fahrzeug herumspringt, matt, apathisch oder schon bewusstlos ist.
Wer auf kurzfristige Abkühlung hofft, wird von den Meteorologen übrigens enttäuscht. Für morgen sollen die Temperaturen in der Deutschschweiz und Liechtenstein tagsüber wieder auf 33 bis 35 Grad klettern. Vereinzelt muss man sogar mit tropischen 37 Grad rechnen. Vergleicht man die derzeitigen liechtensteinischen Temperaturwerte mit jenen in Frankreich und Italien, darf man sich ob der beinahe schon «fürstlichen Frische» im Land freuen: In Südwestfrankreich haben die Temperaturen neue Nachkriegs-Rekorde erreicht. Wie Météo-France mitteilte, kletterte das Quecksilber in Toulouse am Montag auf stolze 40,7 Grad im Schatten. In Montauban und Gourdon erreichten die Temperaturen sogar sage und schreibe 41,8 Grad im Schatten. Auch aus mehreren italienischen Städten, darunter Florenz, Rom und Verona wurden Temperaturen um die 40 Grad gemeldet.
Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, Schaan / Liechtenstein
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