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«Erfolgversprechende Modelle sollten den Staat freier, schneller, stärker, effizienter, subsidiärer, dezentraler und flexibler machen», erklärte Erbprinz Alois am Vorabend der 19. Jahrestagung des Internationalen Beirates der VP Bank in Vaduz.
VON GÜNTHER FRITZ
Fürstlicher Rat Hans Brunhart, Verwaltungsratspräsident der VP Bank, freute sich gestern Abend ganz besonders, Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein als Referenten zum Auftakt des jährlichen Treffens des Internationalen Beirates der Verwaltungs- und Privat-Bank AG begrüssen zu dürfen. Der Internationale Beirat der VP Bank kommt einmal pro Jahr zusammen, um die für die Entwicklung der Bank massgeblichen internationalen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu erörtern.
«Vorweggenommene Regierungserklärung»
Natürlich sei er nicht so vermessen, von einer «vorweggenommenen Regierungserklärung zu sprechen, sagte Präsident Hans Brunhart. Doch im Hinblick darauf, dass Erbprinz Alois im kommenden Jahr die Regierungsgeschäfte übernehmen wird, würde die VP Bank den Ausführungen des Erbprinzen über die langfristigen Perspektiven eine grosse Bedeutung beimessen.
Transparenz im Staat erhöhen
Erbprinz Alois sprach gestern Abend im Hotel Real zum Thema «Grundsatzüberlegungen zum erfolgreichen Staat der Zukunft am Beispiel Liechtenstein». In Zukunft werde es entscheidend sein, «dass wir in den wichtigen Bereichen ständig hinterfragen, ob wir die besten Modelle für die Wahrnehmung der Staatsaufgaben verwenden», sagte Erbprinz Alois.
Um zu guten Antworten auf die Fragen nach den Staatsaufgaben zu gelangen, sei es am einfachsten und sinnvollsten, in einem ersten Schritt die Transparenz im Staat zu erhöhen bzw. das Äquivalenzprinzip wirklich durchzusetzen. Zur Transparenz erklärte der künftige Stellvertreter des Landesfürsten: «Je weniger Aufgaben der Staat hat und je einfacher die Verfahren sind, desto höher ist die Transparenz. Dabei sollten nicht nur die Verfahren zur Entscheidungsfindung, sondern vor allem auch jene der Besteuerung und der Verwendung der Steuermittel einfach und transparent sein.»
Das tun, was im Interesse der Bürger ist
Zum Äquivalenzprinz führte der Erbprinz aus: «Sofern der Staat selbst als Betreiber auftritt, sollten Aufwand und Ertrag grundsätzlich im Gleichgewicht sein. Das bedeutet, dass der Staat aus seinen diversen Aktivitäten weder Gewinn ziehen sollte, noch sollte er Defizite produzieren. Vielmehr sollte das Äquivalenzprinzip wegleitend sein.»
Wo dieses hochgehalten wird, sind nach Ansicht von Erbprinz Alois die weiteren Schritte leicht und naheliegend. Die Kostentransparenz sowohl für Politiker und Beamte als auch für die Bürger sei der erste Schritt zu einem Staat, «der das tut, was im Interesse der Bürger ist».
Unter dem Eindruck der Grundsatzüberlegungen des Erbprinzen zum erfolgreichen Staat der Zukunft wird der Internationale Beirat der VP Bank heute seine 19. Jahrestagung fortsetzen und abschliessen.
Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Vaduz / Liechtenstein
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