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AG als ideale Unternehmensform
12. April 2002

Im Rahmen der Strommarktöffnung beabsichtigt die Regierung, die LKW in eine Aktienge-sellschaft umzuwandeln. 100-Prozent-Aktionär ist der Staat. Damit verbleibt das Netz auch weiterhin in dessen Besitz.

Von Desirée Vogt

Die Liberalisierung des Strommarktes ist nicht mehr aufzuhalten. Während die Schweiz dem Gesetz über den Elektrizitätsmarkt noch skeptisch gegenübersteht, wird der Liechtensteiner Landtag dieses noch in der kommenden Woche in erster Lesung behandeln. Mit der Öffnung des Marktes stehen die LKW vor einer grossen Aufgabe. Um diese bewältigen zu können, soll das Unternehmen, das heute eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist, in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Dies bestätigt Martin Meyer, Mitarbeiter der Regierung (Ressort Wirtschaft). Den Entscheid, ob die LKW in eine privatrechtliche Gesellschaft umgewandelt werden, treffe die Regierung definitiv mit der Verabschiedung der entsprechenden Vernehmlassungsvorlage. Eine andere Gesellschaftsform sei nicht vorgesehen, da die Rechtsform der AG für die anzustrebenden Ziele prädestiniert sei.

LKW-Generaldirektor Hagen Pöhnert sieht in der Aktiengesellschaft grosse Vorteile, denn diese verfügt über eine klar strukturierte Kompetenzordnung zwischen Generalversammlung, Verwaltungsrat und Kontrollstelle, welche der erforderlichen Delegation von Verantwortung und Kompetenz entspricht.

Gleichzeitig erhält der Verwaltungsrat die notwendige strategische Handlungsfähigkeit und die für das operative Geschäft verantwortliche Geschäftsleitung die unternehmerische Freiheit, um im liberalisierten Markt das Tagesgeschäft professionell betreiben zu können. "Eine Aktiengesellschaft garantiert die notwendige Flexibilität, d. h., dass Entscheide für die richtige Ausrichtung in ungehinderter Weise und ohne Auflagen gefällt werden können." Die Grösse der LKW als typisches KMU spreche zudem eindeutig für die einheitliche Überführung in eine Aktiengesellschaft. Eine Entflechtung, wie sie das Gesetz fordere, würden die LKW heute bereits mit ihrer Profit-Center-Struktur vorweisen.

"Das Netz wird nicht verkauft"

Besitzer der LKW wird zu 100 Prozent der Staat sein. "Eine Beteiligung einer ausländischen Gesellschaft an den LKW ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen", so Meyer. Zu einem späteren Zeitpunkt sei es durchaus möglich, dass bestimmte unternehmerische Aktivitäten wie Vertrieb oder Marketing in eine Gesellschaft ausgegliedert würden. Ebenfalls im Besitz des Staates soll das Netz bleiben. "Es ist in keiner Weise beabsichtigt, das Netz ins Ausland zu verkaufen", bestätigt Meyer. Und Hagen Pöhnert sieht auch gar keine Notwendigkeit eines Verkaufs. *Aus unternehmerischer Sicht ist ein Verkauf nicht notwendig. Wir sind auch gar nicht so klein, wie immer alle behaupten*, sagt Pöhnert und legt eine Statistik vor, die aufzeigt, wie viele Kunden ein Stromversorgungsunternehmen im Durchschnitt hat. "Wir haben ca. 21'000 Kunden und sind damit auf demselben Niveau wie Schweden. Wir sind also fast sechsmal so gross wie das durchschnittliche Verteilunternehmen in der Schweiz. Das Netz muss nicht aus der Hand gegeben werden."

Dass es ähnliche Probleme wie in der Telekommunikation geben kann, glaubt Pöhnert nicht. Dort habe zu Problemen geführt, dass man Dienstangebot, Netz und Netzunterhalt voneinander getrennt habe.

Ergebnisse der Studie stehen noch aus

Keinen Einfluss habe der Umwandlungsprozess der LKW auf die hundertprozentige Tochter, die Lie-Comtel. Dennoch ist das Verhältnis LKW/Lie-Comtel nicht ganz geklärt. Neben der Studie über die Restrukturierung des Telekommunikationsmarktes führte die Firma Accenture auch bei der Lie-Comtel eine Studie durch. Darüber, wie das Ergebnis dieser Studie und die Situation LKW/Lie-Comtel in Zukunft aussehen wird, hielt sich Hagen Pöhnert bedeckt. Wann die Ergebnisse vorliegen und sie der Öffentlichkeit präsentiert werden, deutet Pöhnert allerdings an: Ich glaube, es dauert nicht mehr so lange.


Quelle: Liechtensteiner Vaterland
Link: http://www.vaterland.li


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