News
Aus Sicht der Regierung verlief die Briefmarken-Umtauschaktion bis anhin planmässig und äusserst erfolgreich. Morgen Dienstag wird nun mit der Auslieferung der frankaturgültigen Marken begonnen. Die Briefmarkenpolitik Liechtensteins soll baldmöglichst wieder in ruhigere Gewässer gelenkt werden.
Manfred Öhri
Die Frist für die Umtauschmöglichkeit für die seit dem 1. Januar 2002 ungültigen Briefmarken der Jahrgänge 1967 bis 1995 lief Ende März ab. Das Angebot der Regierung wurde dabei sowohl von Sammlern, Händlern, Unternehmen als auch von Einzelpersonen rege genutzt. Befürchtungen, es könnten zahlreiche ältere Markenbestände auftauchen, die den Zweck von Spekulationsobjekten hatten, haben sich nicht bewahrheitet.
Kredit ausreichend
Obwohl in den letzten zwei Wochen noch zahlreiche Sendungen per Post aus dem In- und Ausland eingingen, kann laut Regierung davon ausgegangen werden, dass der vom Landtag durch FBP-Mehrheitsbeschluss zur Verfügung gestellte Kredit von 5 Mio. Franken ausreichen wird. Die Postwertzeichenstelle der Regierung, welche die Umtauschaktion operativ durchzuführen und umzusetzen hatte, wird daher nun morgen Dienstag mit der Auslieferung der neuen frankaturgültigen Marken beginnen. Der Versand dürfte voraussichtlich zwei Wochen beanspruchen, so dass der Briefmarken-Umtausch definitiv per Ende April abgeschlossen sein sollte. Dann wird auch die endgültige Höhe des beanspruchten Kredits feststehen.
Reglementskonform
Die aus gewissen Kreisen geäusserte Kritik, dass die neuen Marken nicht schon am 1. April 2002 ausgeliefert wurden, wies Martin Meyer, Mitarbeiter der Regierung im zuständigen Ressort Kultur, als völlig unberechtigt zurück. Das Umtauschreglement besage klar, so Martin Meyer gegenüber dem Volksblatt, dass die Auslieferung nach dem 1. April erfolgen könne und nicht zwingend am 1. April erfolgen müsse. Es sei nicht möglich, gewisse Kunden im Voraus zu beliefern oder - wie vor allem von Händlerseite gefordert - «Akonto-Auslieferungen» zu tätigen. «Dies wäre eine Ungerechtigkeit gegenüber allen anderen Kunden», so Meyer. Ausserdem gab er zu bedenken: «Hätte eine Überlieferung stattgefunden, d. h. wären mehr Briefmarken als bis zum bewilligten Umtauschwert von 5,88 Mio. Franken (abzüglich 15 Prozent auf den Nominalwert) abgeliefert worden, so hätte eine prozentuale Kürzung in der Zuteilung neuer frankaturgültiger Dauermarken durchgeführt werden müssen. Dies hätte den Prozess und damit die Auslieferung erheblich verzögert.»
Zusammenfassend lasse sich festhalten, erklärte Martin Meyer, dass sich die involvierten Stellen an das Reglement gehalten und dabei äusserst speditiv gearbeitet hätten, so dass jetzt mit der Auslieferung am 16. April begonnen werden könne.
In ruhigere Gewässer
Seinen Angaben zufolge hofft die Regierung, dass mit dieser Umtauschaktion die Vergangenheit, «in der mit Bestimmtheit nicht immer glücklich agiert wurde», abgeschlossen und ein Stück weit auch bewältigt werden konnte. Die Schwach- und Kritikpunkte an der bestehenden Briefmarkenpolitik seien mittlerweile bekannt. Es werde mittelfristig das Ziel sein, die Briefmarkenpolitik Liechtensteins wieder in ruhigere Gewässer zu lenken und das Vertrauen in die liechtensteinische Briefmarkenpolitik wieder herzustellen. Laut Martin Meyer wird zu diesem Zweck von der Regierung ein interdisziplinär zusammengesetztes Expertengremium eingesetzt werden, das einen entsprechenden Massnahmenkatalog erarbeiten soll.
Die Ungültigkeitserklärung der damaligen VU-Regierung hatte bekanntlich einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und dem Image schweren Schaden zugefügt.
Quelle: Liechtensteiner Volksblatt
Link: http://www.volksblatt.li
Weitere Online-Angebote: Intereuropa.info | Euregio.li
Impressum | Sitemap | Werbung







