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In allem das Positive sehen
23. Februar 2006

VADUZ - Vielseitig ist das Lebenswerk von Adulf Peter Goop, Toniäulestrasse 1, in Vaduz, der heute seinen 85. Geburtstag feiert. Eindrücklich ist nicht nur sein umfassendes Wissen über geschichtliche, überlieferte Gegebenheiten und Zusammenhänge, sondern auch seine tiefgreifenden menschlichen Beziehungen, sein soziales Engagement.

(Theres Matt)

Verwurzelt in Schellenberg, in einer Grossfamilie mit bäuerlichem wie auch gewerblichem Umfeld, lernte Adulf P. Goop sich selbstständig einzusetzen. Er erfuhr den täglich grossen Einsatz seiner Mutter - seinen Vater verlor er als Zweijähriger. Der Zusammenhalt, die Verbundenheit mit seinen fünf Schwestern aus Vaters erster Ehe und seinen zwei Brüdern zieht sich wie ein roter Faden durch all die Jahre.

Lehr- und Wanderjahre

Die Volksschuljahre durchlief der intelligente Junge mit Leichtigkeit. Die anschliessenden Realschuljahre in Vaduz - in die zweite Klasse eintretend - stachelten seinen Lerneifer an. Mit gutem Abschlusszeugnis in der Tasche, arbeitete der junge Mann vorerst an verschiedenen Stellen - trotz seiner eher schwächlichen Konstitution auch in einem Steinbruch. Endlich hatte er dann das Geld beisammen, um den Handelskurs im Marianum abzuschliessen. Eine Anstellung bei einem Notar in Bregenz brachte ihn mit der Juristerei in Verbindung - wegweisend. Der Nationalsozialismus machte jedoch einen Strich durch seine Ambitionen. Innert 24 Stunden musste Adulf P. Goop, der den «Heil-Hitler-Gruss» verweigerte, das Grossdeutsche Reich verlassen. Wo hierzulande Arbeit finden? Da blieb schliesslich nur eine Anstellung als Rossknecht in der Nähe von Genf.

Weg frei zur Juristerei

Mit der sich ergebenden Anstellung bei Dr. Ludwig Marxer in Vaduz hatte Adulf P. Goop schliesslich seinen Lehrmeister gefunden. Die Augen des Jubilaren strahlen, wenn er von seiner 1941 begonnenen juristischen Tätigkeit erzählt. Verweisend auf das Foto von Ludwig Marxer erzählt er vom lehrreichen Einfluss dieses väterlichen Mentors. 1948 erhielt Adulf P. Goop die Konzession als Rechtsberater, 1959 wurde er zum Juniorpartner und nach dem Tod des Seniors 1962 blieb er Partner des Sohnes Dr. Peter Marxer. 68-jährig trat der Jubilar seinen Ruhestand an und übertrug seine Partnerschaft an seinen Sohn Dr. Peter Goop.

Arbeit als Lebenselixier

Einfach überwältigend zu hören, was Adulf P. Goop im Alltagsverlauf - neben seiner Berufstätigkeit und im Rentner-Dasein - ins Leben rief. Die tägliche gute Tat ist beim ehemaligen Pfadfinderführer keine leere Worthülse geblieben, sie scheint durch, auch wenn der Jubilar keine grossen Worte darüber verliert. Täglich ist er in seinen gut eingerichteten Büroräumen im Heiligkreuz 19 an der Arbeit, umgeben von seinen vielzähligen Publikationen, in denen seine Produktivität, seine Kreativität, sein umfangreiches Wissen steckt. Insbesondere lässt sich erkennen, wie sehr ihm individuelle und gesellschaftlich relevante Hilfestellung am Herzen liegt. Die Verbundenheit mit Land und Leuten äussert sich eindrücklich in seiner Brauchtumspflege, die sich ja letztlich in Geborgenheit und Beheimatung aller Bewohner auswirken soll, wie der Jubilar betont.

Gestern und heute

Aus seinem Erfahrungsschatz schöpfend, setzt Adulf P. Goop immer wieder richtungweisende Akzente. Erkennbar, wie der Jubilar Überliefertes ins Blickfeld rückt, den Zusammenhang mit dem Heute herstellt. Seine Dokumentation «33 Jahre Liechtensteinische Trachtenvereinigung» gibt Hinweis auf seine immense Recherchier-Tätigkeit, auf seinen 33-jährigen Einsatz als Obmann, der nachhaltige Impulse gab. In diesem Sinn veröffentlicht der Jubilar seit Jahren das Magazin «Eintracht», das verschiedenste Eckpfeiler, traditionell gewachsene liechtensteinische Gegebenheiten ins Bewusstsein führt. Weitreichend, was in seinem Archivraum an Nachforschungs- und Fotomaterial, an verschiedensten Dokumenten aufgereiht ist. Spürbar der Arbeitseinsatz, der Ideenreichtum. Impulse kommen dem Jubilar oft in ruhigen Nachtstunden, beim Mittagsschläfle, das er seit seinem Aufenthalt in einem Lungensanatorium ununterbrochen einhält. Auch beim Radfahren, einem Hobby, das den Naturfreund immer wieder an die frische Luft treibt, kommt so manche Inspiration.

Nicht Kalenderjahre zählen

Die Begegnung mit Adulf P. Goop macht deutlich, dass Alter nicht mit der Anzahl an Jahren zu messen ist. Sprudelnd vor Unternehmungslust erzählt er aus seinem Alltag, von seinen Projekten. Mit dem Velo - seinem liebsten Fortbewegungsmittel - fährt der Jubilar täglich in sein Büro im Heiligkreuz 19. Seit 1947 wohnt er mit seiner Frau Ida im Toniäule in einem der zwölf Häuser, in der von ihm ehemals ins Leben gerufenen Baugenossenschaft mit Pfadfinderkollegen. Mit Freude blickt er zurück auf ausgefüllte Arbeitstage, auf das bewegte Familienleben mit den vier Kindern, einem Sohn und drei Töchtern, und nunmehr auf das anregende Beisammensein mit den sieben Enkeln.

Voll im Leben stehend, weist der Jubilar auf seine richtungsweisende Maxime: «Am Ende des Lebens zählt nicht, was man besitzt, sondern, was man verschenkt hat.» In diesem Sinne ist der Jubilar - dessen Lebenswerk hiermit nur gestreift werden konnte - weiterhin intensiv tätig, fühlt sich gesund und ausgesprochen zufrieden. Zum heutigen Festtag mit seiner Familie und seinem grossen Bekanntenkreis wünschen wir alles Gute, Glück und Segen.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt, Schaan / Liechtenstein
Link: http://www.volksblatt.li


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