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Keine Transitachse Rheintal
12. Juni 2002

Grenzüberschreitender Verkehr fordert grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Verkehrskonzepten. So lautet die Hauptforderung der Anti-Transit-Velotour <>. Der Letzetunnel würde den überregionalen Transit verstärken.

Von Johannes Mattivi

Grenzüberschreitend einig in der Ablehnung des Letzetunnels als potenziellem Transit-Verstärker zeigten sich gestern in Tisis der Bürgermeister von Frastanz, Harald Ludescher, und sein Maurer Amtskollege Johannes Kaiser. Auf Frastanzer Gemeindegebiet würde der geplante Letzetunnel mit Anbindung an die Vorarlberger Autobahn A 14 beginnen, und an der Grenze zu Schaanwald würde der Tunnel den befürchteten Lkw-Mehrverkehr abladen.

Bodenopferung in geschützter Riedlandschaft

Eine wesentliche Sorge des Frastanzer Bürgermeisters Ludescher bei einem Bau des Letzetunnels wäre ein weiterer Verlust von geschütztem Riedland auf Frastanzer Gemeindegebiet, wie er gestern vor den Teilnehmern der Velo-Protest-Fahrt sagte. Die Frastanzer Zufahrt zum Letzetunnel würde durch Grundwasserschutz- und -schongebiet führen - <>, wie Bürgermeister Ludescher betonte. Die Ergebnisse der trilateralen Verkehrsstudie, welche die Liechtensteiner Regierung am Freitag in Vaduz präsentiert, wird, so hofft Ludescher, die Diskussion darüber beleben, ob der Bau des Letztunnels überhaupt vertretbar ist. <>, so Ludescher weiter, denn schon der damalige Bau der Autobahnabfahrt Feldkirch-Ost nach dem Ambergtunnel habe einen grossen Teil der geschützten Frastanzer Riedlandschaft gekostet. Zwar hat Bürgermeister Ludescher Verständnis dafür, dass Feldkirch versuche, seinen Verkehr aus dem Zentrum wegzubringen, aber er spricht sich vehement gegen eine Verkehrsverlagerung nach Frastanz aus.

Unfaires Verhalten der Vorarlberger Regierung

Die Verkehrspolitik der Vorarlberger Landesregierung ignoriere die Interessen des Nachbarn Liechtenstein, sagte der Gemeindevorsteher von Mauren-Schaanwald, Johannes Kaiser. Der Letzetunnel werde von Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Stellvertreter Hubert Gorbach zur reinen <> verharmlost. Dabei, so Kaiser, würde der Letzetunnel eine neue Schleuse für mehr Verkehr öffnen, und zudem sei der aus dem Letzetunnel zu erwartende (Mehr-)Verkehr ein grenzüberschreitendes Problem, das grenzübergreifende verkehrspolitische Zusammenarbeit erfordere. Deshalb kritisierte Kaiser den Ausstieg der Vorarlberger Regierung aus der trilateralen Verkehrsstudie, die nunmehr als bilaterale liechtensteinisch-schweizerische Studie zu Ende geführt wurde. Zum Stichwort <> - der Letzetunnel wird auf Vorarlberger Seite offiziell als Umfahrungsstrasse deklariert - verwies Kaiser auf Umfahrungsstrassenprojekte in der Schweiz, die 15 bis 20 Prozent Mehrverkehr statt Verkehrsentlastung gebracht hätten. Die <> drei Prozent Mehrverkehr, die der Letzetunnel laut Gorbach bringen würde, verwarf Johannes Kaiser somit als illusorisch.

Unterland gegen Letzetunnel und Riedstrasse

Seit vergangenem November seien alle Unterländer Gemeinderäte gegen den Letzetunnel und gegen eine weiterführende Umfahrungsstrasse durch das Unterländer Ried, sagte Johannes Kaiser. Weniger dezidiert gegen den Letzetunnel tritt dagegen die Regierung auf: Letzetunnel ja, wenn er keinen Mehrverkehr bringt, zitierte Johannes Kaiser die Haltung der Regierung. Erst vor kurzem habe der Vorarlberger Landtag zur Kenntnis genommen, dass es so etwas wie Transit überhaupt gebe, sagte dann der Vorarlberger Landtagsabgeordnete Johannes Rauch. Allerdings sei die Vorarlberger Regierungshaltung zum Transit schizophren: Auf der einen Seite werde gegen Transitgefahren gewettert, auf der anderen Seite würden jedoch Strassen gebaut, damit der Transitverkehr ungehindert fliessen könne. Auch Johannes Rauch verwies auf die Notwendigkeit, in der Transitfrage grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Bevölkerungswiderstand gegen Transitverkehr würde von der Politik wahrgenommen.

Quelle: Liechtensteiner Vaterland
Link: http://www.vaterland.li


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