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Der Bau der Dampfleitung von der Buchser Kehrichtverbrennung in die Schaaner Industrie ist ein Projekt, vom dem alle Beteiligten profitieren. Am Wochenende konnte sich die Bevölkerung ein Bild davon machen.
Von Rudolf Schachenhofer
«Diese Dampfleitung ist ein Glücksfall und ein Vorzeigeprojekt für unser Land», sagte Regierungschef-Stellvertreter und Energieminster Klaus Tschütscher und ergänzte: «Hier spielt alles zusammen: Ökologie, Ökonomie, und zugleich ist es ein grenzüberschreitendes Projekt. In Zeiten von ständiger Erdöl- und Erdgasverteuerung werden hier elf Millionen Liter Heizöl pro Jahr eingespart. Schön ist auch, dass hier alle Beteiligten an einem Strick gezogen haben. Deshalb wird mit der gleichzeitigen Revitalisierung des Binnenkanals auch für die Natur ein wichtiger Schritt vorwärts getan.»
Kyoto-Verpflichtungen erfüllen
Über hundert Zuhörer hatten sich um 11 Uhr beim Festplatz vor dem alten LKW-Umspannwerk in Schaan eingefunden. Weitere hundert Interessierte gesellten sich im Laufe des Rundgangs dazu. Umweltminister Hugo Quaderer sagte unter anderem: «Mit dieser Dampfleitung kann gleichzeitig Energiepolitik und Umweltpolitik betrieben werden. So haben wir hier die Möglichkeit, einen Teil unserer Kyoto-Verpflichtungen durch Massnahmen im Inland zu erfüllen – was mich besonders freut.»
In seiner Rede sagte der Umweltminister weiter: «Es wird beim Bau des Leitungsschachtes darauf geachtet, dass die Natur so wenig wie möglich belastet wird.» Er wies auf die Brücke oberhalb der Dampfleitung hin, die von der Müllverbrennungsanlage Buchs über den Rhein nach Schaan führt. Damit entsteht gleichzeitig eine autofreie und daher kinderfreundliche Fussgänger- und Fahrradbrücke – ein angenehmer sowie für Land und Gemeinde kostengünstiger Nebeneffekt.
Weitere Abnehmer willkommen
Karl Hohlenstein, Geschäftsführer des Vereins für Abfallentsorgung (VfA), hiess die Gäste willkommen und dankte allen Beteiligten. Er nannte eindrückliche Zahlen, die das Grossprojekt, trotz Kompromissen für die Landwirtschaft, vielfach rechtfertigen: Zum Beispiel sind es bei den Dampfabnehmern Hilcona AG sowie Herbert Ospelt AG insgesamt 20 000 Tonnen weniger CO2-Ausstoss pro Jahr. Karl Hohlenstein: «Da alle Liechtensteiner Gemeinden Mitglied beim VfA sind, freut es mich besonders, dass wir von der KVA Buchs nun endlich auch Energie nach Liechtenstein liefern dürfen. Der VfA produziert durch die Müllverbrennung so viel Wärmeenergie, wie aus 60 Millionen Liter Heizöl generiert werden kann. Deshalb könnten auch weitere Abnehmer mit umweltschonender Energie versorgt werden – wahlweise in Form von Dampf, Strom oder Fernwärme.»
Neuer Lebensraum für Tiere
Beim Rundgang mit den Experten wurde unter anderem erläutert, dass Brücke und Dampfleitung bis zum Frühling 2009 fertig sein werden. Insgesamt werden 4,7 Kilometer Leitungen und Schächte von der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs bis zur Herbert Ospelt AG gebaut. Der parallele, naturnahe Umbau des 400- Meter-Binnenkanal-Teilstücks verhilft vielen Tierarten, in Liechtenstein wieder heimisch zu werden. Dies hat auch der Umbau des Binnenkanals in Ruggell im Mündungsbereich zum Rhein gezeigt. Viele neue Fischarten und Uferbewohner sind seither gesichtet worden und können sich bald über die neuen Brut- und Laichplätze im Oberland freuen.
Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Vaduz / Liechtenstein
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