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«Das Bankgeheimnis bleibt weiterhin bestehen»
27. Dezember 2008

«Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft eine ausreichende Kooperation in Steuerfragen haben müssen, um als Finanzplatz erfolgreich sein zu können», erklärt Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein im «Vaterland»-Interview.

Von Günther Fritz

Das Bankkundengeheimnis werde die Privatsphäre der Kunden weiterhin vor unberechtigten Einblicken in die Vermögensverhältnisse schützen, sagt Erbprinz Alois im traditionellen Jahresendinterview mit dem «Liechtensteiner Vaterland». «Den gläsernen Bürger, wie wir ihn aus anderen Staaten kennen», werde es in Liechtenstein weiterhin nicht geben. Allerdings würden die heute schon bestehenden Möglichkeiten, das Bankkundengeheimnis bei Missbrauch aufzuheben, um die direkten Steuern ergänzt werden. Dazu der Stellvertreter des Staatsoberhauptes: «Wo früher nur bei Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Insiderhandel, Korruption und Mehrwertsteuerbetrug Informationen ausgetauscht wurden, werden neu auch die direkten Steuern hinzukommen.»

Mit der EU im Dialog bleiben

Mit dem TIEA-Abkommen mit den USA entstehen nach Ansicht von Erbprinz Alois keine gravierenden «Löcher» im Bankgeheimnis. Was das Betrugsabkommen betrifft, so «wollen wir im Dialog bleiben, aber auf der Basis unseres Angebotes, das den ausgehandelten Abkommensentwurf mit einbezieht», sagt der Erbprinz weiter. Es sei bekannt, dass Deutschland mehrfach gefordert hat, dass die EU-Staaten ähnliche Regelungen oder Zugeständnisse erhalten sollen, wie die USA sie von Liechtenstein bekommen haben. «Dazu haben wir uns ja auch grundsätzlich bereit erklärt. Allerdings sehen wir dies nur im Rahmen von bilateralen Abkommen vor», betont der Stellvertreter des Landesfürsten. Beim Betrugsabkommen setze Liechtenstein einen Schritt, «aber wenn es in Richtung eines noch weitergehenden Informationsaustausches gehen soll, dann möchten wir im Gegenzug erreichen, dass auf unsere Interessen ebenfalls eingegangen wird, wie dies im Falle der USA mit dem QI geschieht».

Reserven für Steuerreform

Auf die Frage, inwieweit der Staat seine Reserven in Krisenzeiten einsetzen soll, erklärt der Thronfolger: «Ein sinnvoller Einsatz könnte die Bereitstellung von Finanzmitteln für die Einführung der Steuerreform sein.» Da sich Liechtenstein in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit befindet, wäre es sinnvoll, «die Steuerreform mit attraktiven Steuersätzen einzuführen und allfällige Mindereinnahmen in den ersten Jahren nach der Umsetzung aus den Reserven auszugleichen». Das würde gemäss den Ausführungen von Erbprinz Alois allen zugute kommen. «Es hilft der Gesamtwirtschaft, bringt attraktive Rahmenbedingungen und erleichtert nicht zuletzt die Einführung eines solchen Steuersystems», so der Stellvertreter des Staatsoberhauptes.

Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Vaduz / Liechtenstein
Link: http://www.vaterland.li


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