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Kunst-Staatssekretär Franz Morak besucht «Kollegen» Alois Ospelt - Stärkere Zusammenarbeit vereinbart
Der kulturelle Austausch zweier befreundeter Nachbarländer stand gestern im Mittelpunkt eines hochrangigen Arbeitsgesprächs: Regierungsrat Alois Ospelt empfing seinen österreichischen «Kollegen» Franz Morak.
Wolfgang Zechner
Er gehört zu den aussergewöhnlichsten Persönlichkeiten im blau-schwarzen Kabinett des österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel. Spötter meinen sogar, mit seiner ausgefallenen Vergangenheit - in den frühen 80ern schockte er mit Brachial-Pop das Establishment, später wurde er zum Burgschauspieler «geadelt» - gemahne er ein wenig an den deutschen Aussenminister Joschka Fischer. Gestern stattete Franz Morak, Staatssekretär für Kultur und Medien, seinem liechtensteinischen «Amtskollegen» Alois Ospelt einen Arbeitsbesuch ab.
Regierungsrat Ospelt informierte Staatssekretär Morak über die wichtigsten kulturellen Entwicklungen in Liechtenstein. Betreffend die Zusammenarbeit bzw. den Kulturaustausch mit Österreich kamen laufende und geplante Projekte zur Sprache, wie der gegenseitige Künstleraustausch, das Projekt Grenzmeile mit Vorarlberg zum Thema «UNO-Jahr der Berge» oder das Projekt «Künstlerbegegnung» der Internationalen Bodenseekonferenz, das im Jahr 2003 unter Einbezug verschiedener Kulturinstitutionen Liechtensteins organisiert wird. Zudem wurde das Thema der Kulturförderung und Kulturprogramme in der EU bzw. im EWR diskutiert. Der zweite Teil des Arbeitsgesprächs wurde in einer erweiterten Runde geführt. Dabei wurden die liechtensteinischen Kulturinstitutionen durch deren anwesende Vertreterinnen und Vertreter kurz vorgestellt. In der anschliessenden Diskussion wurden Fragen der Organisation, Finanzierung und weitere Möglichkeiten der nachbarlichen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austausches erörtert.
«Kulturimperialismus?»
In einer nach dem Arbeitsgespräch einberaumten Pressekonferenz beteuerten Morak und Ospelt sowohl die Gemeinsamkeiten sowie die Unterschiede der gemeinsamen Länder. «Wir wollen bei Gott keinen Kulturimperialismus», bekräftigte Morak angesichts der geplanten Austauschprogramme von liechtensteinischen und österreichischen Künstlern. «Es ist eine Strasse, die auf beiden Seiten befahren wird. Es soll ja nicht so sein, dass Liechtenstein uns das Geld schickt und wir schicken dafür die Künstler», so Moraks augenzwinkernder Kommentar.
Ein «Austausch» steht bereits fest: Die bildende Künstlerin Elisabeth Kaufmann-Büchel wird bis Ende September nach Wien gehen, um dort zu arbeiten und ihre Werke auch auszustellen. Im Gegenzug wird ein österreichischer Künstler ein «Kurzstipendium» im Fürstentum erhalten.
Schlussendlich hatten Morak und Ospelt noch einen dritten Kulturexperten zur Pressekonferenz geladen - den Vorarlberger Kulturlandesrat Hans-Peter Bischof. Der derzeit «vielbeschäftigte» Mann - Stichwort Bregenzer Festspiele - sprach sich gestern für eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern aus.
Aber Zusammenarbeit mit Mass: «Es ist wichtig, dass die beiden Identitäten nicht vermischt werden. Aber Kunst darf sich auch nicht an den Grenzen abschotten», so Bischof.
Quelle: Liechtensteiner Volksblatt
Link: http://www.volksblatt.li
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