News
Botschafter a. D. Prinz Nikolaus von und zu Liechtenstein ist zuversichtlich, dass Liechtensteins Finanzplatz auch weiterhin einiges zu bieten hat – und das nicht nur aufgrund eines attraktiven und wettbewerbsfähigen Steuerrechts.
Vaduz. - «Ich bin schon seit vielen Jahren überzeugt, dass ein langsamer Wechsel auf diesem Finanzplatz kommen muss», sagte Botschafter a. D. Prinz Nikolaus von und zu Liechtenstein am Dienstag an der diesjährigen Steuerfachtagung der Universität Liechtenstein. Denn das Land liege mitten in Europa und insbesondere die Wirtschaft sei international stark vernetzt. Doch die Vernetzung könne sich nicht auf die Privatwirtschaft beschränken. «Jeder unserer Partner lebt wieder in einem regulatorischen Umfeld, das wir berücksichtigen müssen», so Prinz Nikolaus. Er zeigte sich überzeugt, dass die Entwicklungen dem Finanzplatz eine interessante Zukunft bringen werden.
Für einen erfolgreichen Finanzplatz bedeutend sind auch Experten in nationalem und internationalem Steuerrecht. Vor einigen Jahren habe es sich der Finanzplatz Liechtenstein – wie auch andere Finanzplätze – leisten können, den Kunden die Sorge der Steueroptimierung zu überlassen, erklärte Prinz Nikolaus. «Heute muss man mit und manchmal auch für den Kunden denken, wenn es darum geht, steuerlich den vorteilhaftesten Standort und die beste Konstruktion zu wählen», sagte der Botschafter a. D. Und das neue liechtensteinische Steuergesetz wertet er als sehr attraktiv und wettbewerbsfähig.
Vertrauen schaffen
Doch Prinz Nikolaus betonte, dass neben steuerlicher Attraktivität verschiedene weitere Faktoren berücksichtigt werden müssen. Der befürchtete Wegzug von Kunden aufgrund einer grösseren Steuertransparenz habe nicht zum Zusammenbruch des Finanzplatzes geführt. Sich dies ins Bewusstsein zu rufen, sollte laut Prinz Nikolaus helfen, den steuerlichen Aspekt in den richtigen Proportionen zu sehen. Die allgemeinen Standortvorteile wie politische Stabilität, Währung, Qualität der Unternehmen oder das Gesellschaftswesen seien in den vergangenen Jahren zu wenig beachtet worden. Wichtig sei auch Kontinuität, dem das neue Steuergesetz gerecht werde. «Das schafft Vertrauen und Berechenbarkeit, was in der Wirtschaft oft mehr Wert ist als die kurzfristige Kalkulation einer Steuerersparnis», so Prinz Nikolaus.
Zudem sei er zuversichtlich, dass Liechtenstein einige Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) wird abschliessen können. Gross werde die Zahl wohl aber nicht sein, da es einige Ressourcen verschlinge, DBA zu unterhalten.
Aktiv verkaufen
Diese Rahmenbedingungen für Interessierte bereitzuhalten, reicht laut Prinz Nikolaus aber nicht aus. «Es bedarf eines aktiven Verkaufs an wichtigen Plätzen», so Prinz Nikolaus. In einer Zeit zunehmender Reputation könne richtig dosierte Werbung einiges bewirken.
So einfache Zeiten, wie sie die letzte Generation vorgefunden hatte, würden nicht mehr zurückkommen, erklärte Prinz Nikolaus. Liechtenstein sei in einem Lernprozess, und die Transformation werde noch einige Zeit beanspruchen. «Aber es sind gute Grundlagen vorhanden», so Prinz Nikolaus. Er erwartet, dass Liechtenstein insbesondere im Steuerbereich Attraktivität gewinnen wird. (rb)
Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Vaduz, Fürstentum Liechtenstein
Link: http://www.vaterland.li
Weitere Online-Angebote: Intereuropa.info | Euregio.li
Impressum | Sitemap | Werbung







