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Dem Handwerk seinen sprichwörtlichen «goldenen Boden» zurückgeben, so könnte man den Zweck der Berufsschau der gewerblichen Wirtschaft umschreiben. Umfassende Informationen über und Imageverbesserung von gewerblichen Berufen sind das Hauptanliegen aller 20 bei der Ausstellung vertretenen Gewerbesektionen.
von Shusha Maier
«Willst du mehr als 30 Berufe erleben? Dann komm und schau!», werben die Plakate für die Berufsschau der gewerblichen Wirtschaft, die unter dem Patronat der Regierung erstmals vom 26. bis 28. September in der Spoerry-Halle in Vaduz stattfinden wird. GWK-Präsident Arnold Matt, Geschäftsführer Oliver Gerstgrasser und Petra Hoffmann, für die Öffentlichkeitsarbeit der Kammer zuständig, informierten gestern die Medien über den bevorstehenden Anlass. Dabei stellte Arnold Matt fest, dass bei weitem nicht alle Einwohner Liechtensteins über die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der gewerblichen Wirtschaft des Landes Bescheid wissen. Es sei auch nicht vielen geläufig, dass 98 verschiedene Berufe im Land erlernt werden können.
Über ungefähr ein Drittel aller Lehrberufe sollen sich Jugendliche, deren Eltern und Lehrer an der Berufsschau möglichst praxisnah informieren können. Die Ausstellung soll in erster Linie eine Orientierungshilfe für junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen, sein. Die Sektionen des Gewerbes hoffen aber auch, mit der Informationsveranstaltung zur dringend nötigen Imageverbesserung der Handwerksberufe in der Gesellschaft beitragen zu können.
Interesse wecken und motivieren
Immer öfter mussten Lehrbetriebe in den letzen Jahren feststellen, dass die Motivation von Schulabgängern, einen gewerblichen Beruf zu erlernen, sehr gering ist. Mangelndes Interesse, fehlende Begeisterung und keine Identifikation mit dem Lehrberuf führe aber unweigerlich zu schlechten Leistungen oder sogar zum Abbruch der Lehre, sagte Arnold Matt. Um dem vorzubeugen, gelte es, die Motivation von Lehrlingen in Betrieben der gewerblichen Wirtschaft zu verbessern: Im optimalen Fall mit Förderung der Akzeptanz und Verbesserung des Ansehens gewerblicher Berufe und gut vorbereiteten, umfassend informierten Schulabgängern.
Jugendliche unter sich
Der Rundgang durch die Berufsschau werde besonders attraktiv und kurzweilig gestaltet, dennoch aber sehr informativ sein, sagte Matt. An den einzelnen Ständen, die von den jeweiligen Sektionen selbst finanziert werden, sollen vor allem Lehrlinge im ersten und zweiten Lehrjahr zu den von ihnen gewählten Berufen Rede und Antwort stehen. Arnold Matt erhofft sich davon eine weitaus bessere Akzeptanz bei den Jugendlichen und eine viel geringere Hemmschwelle, Fragen zu stellen, als wenn Informationen und Ratschläge von «gestandenen» Berufsleuten kommen würden. «Auf keinen Fall aber soll ein Idealbild der handwerklichen Berufe vorgegaukelt werden», verspricht Arnold Matt. «Die über 20 Gewerbesektionen werden sich bemühen, die Tätigkeiten in den Berufen für alle nachvollziehbar darzustellen.»
46 Schulklassen der siebten bis neunten Schulstufe haben sich bereits zu einem Besuch angemeldet. Arnold Matt und Oliver Gerstgrasser hoffen auch auf viele interessierte Eltern und Lehrer sowie an Weiterbildung oder Umschulung interessierte Berufsleute. Die Veranstalter rechnen daher, dass rund 1'000 Besucher an die Berufsschau kommen werden.
«Du you» - nur für dich
Ein neues, von der GWK erarbeitetes Printprodukt, das ebenfalls der besseren Information von Schülern dienen und die Imageverbesserung von gewerblichen Berufen fördern soll, wurde von Petra Hoffmann vorgestellt. «Du you» heisst das Jugendmagazin, das in einer Auflage von 1'500 bis 2'000 Stück dreimal im Jahr erscheinen soll. Das Magazin richtet sich vor allem an Schüler vor der Berufswahl und wird demnach Informationen zu Lehrberufen, Eignungstests, Interviews mit Lehrlingen, aber auch Eltern- und Lehrerbeiträge zum Inhalt haben. Die Schüler der Zielgruppe sollen zudem animiert werden, aktiv bei der Gestaltung der Zeitschrift mitzuarbeiten. Da die GWK, wie Arnold Matt betont, eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen pflegt, soll das Magazin auch über die Schulen verteilt werden.
Quelle: Liechtensteiner Vaterland
Link: http://www.vaterland.li
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