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Ausstellung zum internationalen Jahr der Berge 2002 im Kunstraum Engländerbau
Im neu eröffneten Kunstraum Engländerbau in Vaduz ist die Tangente mit der Ausstellung ?Höhenrausch und Fernsicht? zu Gast. Zwölf Künstlerinnen und Künstler aus Liechtenstein, Vorarlberg sowie St. Gallen und Graubünden haben ihre Arbeiten für die Ausstellung und den künstlerischen Wettbewerb eingereicht. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Oktober 2002 zu besuchen.
Der Kunstraum Engländerbau hat als erste Ausstellung ein regionales Projekt berücksichtigt. Als Beitrag zum internationalen Jahr der Berge 2002 hat der Verein Tangente eine Wanderausstellung konzeptiert, welche am 3. September 2002 anlässlich der offiziellen Eröffnung des Kunstraum Engländerbau mit einer Vernissage eröffnet wurde. Die vier Regionen haben je drei Kunstschaffende ausgewählt, um an der Ausstellung und dem künstlerischen Wettbewerb teilzunehmen. Vier Arbeiten seien hier kurz vorgestellt.
Das Gipfelbuch von Marco Eberle
?Auf den meisten Bergspitzen, die regelmässig von Alpinisten begangen werden, hat es ein Gipfelbuch. Wer den Berg bezwungen hat, trägt sich ein. Notiert Name und Datum, allenfalls noch ein Wort zum Wetter. Einige schreiben ein paar Zeilen mehr ? was sie fühlen und sehen.? Ausgehend vom Gipfelbuch des 2574 m hohen Schwarzhorns entstand seine Idee der Performance, das Gipfelbuch während der Vernissage direkt vom Gipfel in die Ausstellung zu tragen. Zwar hat die Gipfelbezwingung wegen der Wettervorhersagen einen Tag vor der Ausstellungseröffnung stattgefunden, aber die Besucher sind jetzt aufgefordert, in das neue, anfänglich noch unbeschriebene Gipfelbuch des Schwarzhorn persönliche Notizen einzutragen. ?Impressionen über eine Kunstausstellung mit alpin inspirierten Inhalten? wünscht sich der Schaaner Künstler Marco Eberle, um dann das Gipfelbuch nach der Ausstellung wieder an seinen angestammten Platz in die Berge zurückzutragen. ?Dort oben werden die Gipfelstürmer nachlesen können, was die Menschen hier unten zu den eindringlichsten Substanzen ihrer Passion zu sagen haben.?
Der Höhenrausch von Gerry Ammann
Eine zweiteilige Installation trägt der Vorarlberger Künstler Gerry Ammann zur Ausstellung bei. In seinem ?Höhenrausch? erzeugt ein dynamisches ?Bild? Schaum und durch eine Schlauchverbindung wird das vergängliche Material (Schaum) in ein statisches Rohr geleitet. Im Rohr angekommen, unterstützt durch blaues Licht, erhält der Schaum eine neue Erscheinung/Funktion. ?Er wird von scheinbarem Abfall zu einem leichten vergänglichen Füllstoff, der dem vorher leeren Behälter eine sinnvolle Funktion verleiht, ohne diesen anzugreifen oder zu zerstören.? Beim Erstellen dieses einfachen Gleichnisses machte Gerry Ammann die Erfahrung, dass sehr viele Prozesse zu beachten sind. In diesem Sinne betrachtet er seine Arbeit als Anregung, welche menschliche Eingriffe verstärkt und möglichst umfassend bereits bestehende Prozesse miteinbezieht, um die Schäden klein zu halten.
Gegenüber dem ?Höhenrausch? hängt die ?Fernsicht? von Gerry Ammann. Der zweite Teil seiner Installation ist ein Wandbild aus Glas, Holz, Gaze und blauem Licht.
Naturgewalt von Gilgi Guggenheim
Ausgangslage der Arbeiten in den letzten zwei Jahren sind für die in St. Gallen lebende Gilgi Guggenheim die künstlich animierten Naturdarstellungen, wie sie in Hollywood für Katastrophenfilme entworfen und produziert werden. Gilgi Guggenheim: ?Ich entnehme Filmen wie ?The Perfect Storm?, ?Titanic? und ?Vertical Limit? Naturgewalten in Landschaftsbildern, aus denen ich zeitgeschichtliche Elemente wie Mensch oder Helikopter eliminiere.? Die ausgewählten Momentaufnahmen malt die Künstlerin im Verhältnis des Kinoformats mit Öl auf Leinwand. ?Meine Bilder wollen sich so nahe wie möglich an den Ort des Geschehens bewegen, bedienen sich dafür aber des Nichtauthentischen, x-fach Überarbeiteten ? der Animation. Somit reihen sie sich in die Gliederkette der Überlieferung ein und gleichen sich der Ebene früherer Informationsbeschaffung an.?
Mathias Balzers Berg- und Steinlandschaften
Während seiner künstlerischen Tätigkeit hat sich Mathias Balzer immer wieder mir dem Thema Berg und Berglandschaft auseinandergesetzt. ?Mein bevorzugtes Medium war die Zeichnung und die Radierung. Zeichnend versuchte ich ins Innere der Natur vorzudringen und sichtbar zu machen, was unter der Oberfläche der Dinge verborgen liegt.? Das Arbeiten vor der Natur zeigt sein Interesse an der Auseinandersetzung mit der ihn faszinierenden körperhaften Realität des Berges, der Berg- und Steinlandschaft. So besteht der Beitrag von Mathias Balzer auch aus drei Berg- und Steinlanschaftszeichnungen.
Ein Besuch der Ausstellung ?Höhenrausch und Fernsicht? ? ein Ausstellungskonzept des Vereins Tangente zum internationalen Jahr der Berge 2002 - ist auch ein Besuch der Bergwelten von 12 zeitgenössischen Kunstschaffen. Die Ausstellung im Kunstraum Engländerbau in Vaduz ist noch bis 20. Oktober 2002 jeweils am Dienstag von 10 bis 20 Uhr sowie Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet; Montag ist geschlossen.
Quelle: Kulturmanagement Hollabolla
Link: http://www.hollabolla.li
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