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Fürst spricht sich für Schaffung von Friedhöfen für Muslime aus
10. Februar 2007

«Ich bin dafür, dass wir auch in Liechtenstein Friedhöfe für Muslime schaffen», erklärt Fürst Hans-Adam II. im Zusammenhang mit der Integration von Mitbürgerinnen und Mitbürgern islamischen Glaubens.

Von Günther Fritz

Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein feiert am kommenden Mittwoch, 14. Februar, seinen 62. Geburtstag. Aus diesem Anlass führte das «Liechtensteiner Vaterland» – einer Tradition seit 1995 entsprechend – wiederum ein Interview mit dem liechtensteinischen Staatsoberhaupt. In diesem Gespräch setzt sich der Fürst insbesondere für die Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen den Religionen und die Religionsfreiheit ein.

Fürst ruft zur Toleranz auf

«Wir Christen erwarten ja auch, dass den christlichen Minoritäten in den mohammedanischen Ländern die Möglichkeit gewährt wird, ihre Kirchen und Friedhöfe zu haben und nach ihren Riten begraben zu werden», erklärt der Landesfürst. Und weiter hält das Staatsoberhaupt dazu fest: «Wenn wir uns dagegen wehren, verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit. Wie wollen wir uns dann für die Religionsfreiheit der Christen in mohammedanischen Ländern einsetzen? Man würde uns mit Recht vorwerfen, dass wir mit zweierlei Massstäben messen.»
Auf die Bemerkung des «Liechtensteiner Vaterlands», dass man mit der Befürwortung der Errichtung eines Minaretts in Liechtenstein, beispielsweise in Eschen, aber an den Stammtischen nicht besonders punkten kann, sagt Fürst Hans-Adam II. unmissverständlich: «Dann müssen sich die Herrschaften an den Stammtischen aber auch dafür einsetzen, dass man alle christlichen Kirchtürme, Kirchen und Klöster in den mohammedanischen Staaten schleift. In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass die mohammedanischen Länder lange Zeit toleranter als wir Christen waren. Wenn wir intolerant sind, dürfen wir uns auch nicht beklagen, wenn die anderen intolerant sind. Das muss man selbst am Stammtisch einsehen.»

Für Trennung von Staat und Kirche

Der Bedarf nach einem islamischen Friedhof sei in Liechtenstein noch nicht akut, sagte Suat Türkyilmaz, Vizepräsident der türkischen Vereinigungen in Liechtenstein, in einem Zeitungsartikel. Die Anzahl an Muslime werde aber auch in Liechtenstein weiter steigen. Früher oder später müsse eine Lösung gesucht werden. Wie in der Schweiz ist der Islam in Liechtenstein die drittstärkste Religionsgemeinschaft. Gemäss der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2000 leben in Liechtenstein 33 307 Personen. 26 122 geben an, katholisch zu sein, das sind 78,4 Prozent. 2760 Personen bzw. 8,3 Prozent sind protestantisch und 1593 Personen oder 4,8 Prozent bekennen sich zu einer islamischen Gemeinschaft.
Fürst Hans-Adam II. hat in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass ihm eine klare Trennung von Staat und Kirche ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen ist. Auf die Frage, ob nach seiner Einschätzung die Zeit nun reif dafür ist, dass die Politik dies ernsthaft in Angriff nimmt, führt der Fürst aus: «Ich habe schon vor zwanzig Jahren gehofft, dass die Zeit dafür reif ist. Es wäre schön, wenn wir die Trennung von Kirche und Staat endlich vollziehen könnten.»

Der politische Wille fehlt

Die Hauptschwierigkeit, dass in Sachen Trennung von Staat und Kirche praktisch noch nichts vorwärtsgegangen ist, liegt nach Ansicht des Fürsten aber nicht an den vielfältigen vermögensrechtlichen Verknüpfungen zwischen Kirche und Staat. Das Staatsoberhaupt ortet vielmehr einen anderen Grund: «Ich glaube, es liegt am fehlenden politischen Willen. Die vermögensrechtlichen Verknüpfungen liessen sich leicht lösen. Bei einer Trennung von Kirche und Staat kann es keine Staatskirchen und keine Gemeindekirchen geben, sondern die Kirchen müssen den Religionsgemeinschaften gehören.»
Was die Finanzierung der Religionsgemeinschaften betrifft, gibt es nach Ansicht des Landesfürsten bei einer klaren Trennung von Kirche und Staat nur zwei Modelle, die sich in der Praxis bewährt haben: «Erstens: Das amerikanische Modell, bei dem Spenden an die Religionsgemeinschaften von den Steuern abgezogen werden können. Zweitens: Das italienische Modell, bei dem der Steuerzahler über einen Teil seiner geschuldeten Steuern selbst entscheiden kann, ob sie einer Religionsgemeinschaft seiner Wahl oder einem anderen Zweck zufliessen sollen.»

Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Vaduz / Liechtenstein
Link: http://www.vaterland.li


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