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«Eine Tracht bedeutet Heimat»
3. Juli 2008

Kaum ein Mensch in Liechtenstein wird mehr über die Pracht der Tracht wissen, als Trachtenschneiderin Monika Rohrer-Nutt. Gestern liess sie die Besucher des Landesmuseums an ihrem Wissen über die Trachten-Tradition des Landes teilhaben.

Von Elisabeth Huppmann

«Es ist das schönste Kleid, das man schneidern kann», zeigte sich Monika Rohrer-Nutt gleich zu Beginn der Abendführung mit einem besonderen Gast im Landesmuseum überzeugt. Und das behauptet nicht irgendwer, sondern jene Frau, die seit 25 Jahren Trachten anfertigt und sich nebenbei intensiv mit der liechtensteinischen Trachten-Geschichte beschäftigt. Über 15 000 Arbeitsstunden hat sie in die Trachtenschneiderei gesteckt. 150 kunstvolle Einzelanfertigungen sind das beachtenswerte Ergebnis. Das sich hinter einer Tracht jedoch viel mehr versteckt als Arbeit, davon konnte man sich in den Ausführungen der Schneiderin ebenfalls überzeugen.

Kleidungsstück der Schönheitsideale

Auf die Frage von Verena Hasenbach, Führungsteammitglied des Landesmuseums, was «Tracht» für Rohrer-Nutt bedeute, antwortete diese ohne zu zögern: «Tracht ist Heimat». Im Nachsatz fügte sie noch hinzu: «Und ausserdem bringt sie jede Frau am besten in Figur». Das darf nicht verwundern, unterstützten doch kleinere Details das jeweilige Schönheitsideal der Frau. So zum Beispiel die Hüftpolster, die durch das Betonen der Hüftknochen die Taille noch dünner erscheinen liessen.

Prunkvoll – damals wie heute

Auf Sammlungslisten des Landesmuseum sind bereits im Jahr 1894 erste Trachtenteile zu finden. Neun Prunkmieder und vier Radhauben zählen zu den frühesten Trachtenbeständen des Landes. Rohrer-Nutt erläuterte anhand dieser Modelle Schnittmuster und den Zweck einiger Details. Unterschiede zu heutigen Modellen bestanden vor allem in der hochgeschlossenen Form, dem Tragen eines Schultertuches und unterschiedlicher Schürzen, die je nach Stoff und Muster den Status angaben und je nach Anlass gewechselt wurden. Goldene Klöppelspitzen und Seidenstoffe waren bereits damals ein Indiz für die prunkvolle Ausgestaltung dieses Kleidungsstückes.

Strenge Vorschriften

Die historischen Ursprünge der heutigen Tracht gehen auf das bäuerliche Leben des Landes zurück. 1933 wurde in Vaduz der erste Trachtenverein gegründet, mit Beteiligung der damaligen Fürstin Elsa. Später stiessen auch Frauen aus Schaan hinzu. Erst 1965, mit der Gründung der zweiten Trachtenvereinigung war es Frauen im ganzen Land erlaubt, Trachten zu tragen, jedoch nur, wenn sie Vereinsmitglied waren. Sowohl Schneiderinnen als auch Trägerinnen unterlagen strengen Vorschriften.

Sichtbare Abgrenzung

Im Bereich «Feiern» des Landesmuseums ist eine Tracht aus dem Jahr 1933 sowie eine Tracht aus den Jahren nach 1965 ausgestellt. Im Direktvergleich fällt beim neueren Modell vor allem die kunstvoll bestickte Bordüre mit Fürstenhut auf. «Auf diese wird man oftmals angesprochen», gibt Rohrer-Nutt stolz zu, «sie ist ja auch das sichtbarste Abgrenzungszeichen gegenüber anderen Trachten der Region».
Eindrücklich veranschaulichte Rohrer-Nutt aus wievielen Teilen eine heutige Tracht besteht. Haube, Vorstecker, französisches Schnürmieder, Schürze, Rock, Unterkleid, Wollsocken, Schuhe und Handschuhe runden das prachtvolle Gesamtbild ab. Dass man unter derart vielen Stoffschichten auch heiss hat, liegt nahe. Dennoch überwiegt bei jeder Trachtenträgerin der Stolz.

Schönheit hat seinen Preis

Das Land Liechtenstein weiss was ihm seine Trachten wert sind. So unterstützt es die Anfertigung einer Tracht mit 30 Prozent, die Gemeinden mit 40, der Trachtenverein mit 10 und die Trachtenträgerin mit 20 Prozent, bei Gesamtkosten von circa 7500 Franken. Als Gegenleistung wird ein aktives Vereinsleben erwartet, immerhin gilt es in der Tracht Land und Monarchie zu repräsentieren. Und das tun die Trachtenfrauen bei Landes-, Gemeinde- oder Kirchenanlässen.
Dass man wahrlich stolz auf seine Tracht sein kann, ist spätestens seit dem Vortrag von Monika Rohrer-Nutt klar. Welches andere Kleidungsstück symbolisiert sonst derartig prachtvoll die Verbundenheit zur eigenen Heimat? Und genau auf diese kann man zurecht stolz sein.

Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Vaduz / Liechtenstein
Link: http://www.vaterland.li


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